Auszug aus der Vereinschronik der Musikkapelle Langschlag

1800 bis 1945

Die Frühgeschichte unserer Musikkapelle lückenlos niederzuschreiben ist angesichts der fehlenden Aufzeichnungen nicht gerade leicht. Jedenfalls besagt eine Eintragung in der Pfarrchronik, dass Pfarrer Franz Fackenberger, der von 1821 bis 1852 in Langschlag wirkte,  eine „Harmoniemusik-Capelle“ gegründet hat. Auch der Bestand einer Veteranenvereinsmusik kann aus einer Zeitungsnotiz aus dem Jahre 1913 nachgewiesen werden. Freilich lassen sich weder genaue Gründungsjahre nachvollziehen, noch wird es immer eine offene Frage bleiben, ob es nicht – vor allem während der Kriegsjahre – zu größeren Unterbrechungen im örtlichen Musikgeschehen gekommen ist.

Zum Glück konnte der vormalige Kapellmeister und Gründer der heutigen Trachtenkapelle Johann Rentenberger, noch recht wertvolle Aussagen über seine Vorgänger machen: So war der Bauer Fürlinger aus Langschlag der erste bekannte musikalische Leiter einer kleinen Ortsmusik. Ihm folgten Franz Wania aus Langschlag und in der Nachfolge Karl Maringer aus Bruderndorferwald, der bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges Kapellmeister in Langschlag war.

Die damals aus etwa einem Dutzend Musikern bestehende Kapelle bestritt nicht nur die kirchlichen Spielanlässe, sondern wirkte auch bei den Festen der Feuerwehr und den Veteranen, bei Bällen und den Tanzunterhaltungen zu Kirchweih und am Faschingssonntag mit. Einige Musiker kamen auch aus den Nachbarorten Liebenau, Hirschau, Oberkirchen und Siebenberg. 

1945 bis 1968

Kapellmeister: Johann Rentenberger

Um nach dem 2. Weltkrieg spielfähig zu sein, teilten sich Kapellmeister Johann Rentenberger aus Langschlag und Kapellmeister Franz Klopf aus Oberkirchen die wenigen Musiker beider Kapellen. Ohne diese enge Zusammenarbeit mit Oberkirchen hätte man die anfallenden musikalischen Ereignisse nicht bestreiten können.

Da erkannte Kapellmeister Johann Rentenberger rechtzeitig die Zeichen der Zeit. Gemeinsam mit seinem Bruder Josef Rentenberger begann er Anfang 1960 mit der Ausbildung von etwa 30 Jungmusikern und legte damit den Grundstock für das heutige Blasorchester. Einige davon spielen noch heute im Orchester. Unter Kapellmeister Rentenberger fungierten eine Zeit lang auch die Dirigenten Polizeikapellmeister Otto Schwind und später dann der Gastwirt Erich Javernig.

1968 bis 1972

Kapellmeister: Johann Rentenberger

Mit Bescheid vom 31. Oktober 1968 wurde der Verein „Musikkapelle Langschlag“ gegründet. Gleichzeitig mit der Gründung des Vereines erfolgte auch der Beitritt zum Niederösterreichichen Blasmusikverband. Am 24. November 1968 erfolgte auch die erste Generalversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes: Obmann Erich Hörmann, Kapellmeister Johann Rentenberger, Schriftführer Friedrich Rentenberger und Kassier Karl Ziegler. Seit dieser Zeit gibt es nun auch lückenlose Aufzeichnungen über das Vereinsgeschehen der Musikkapelle.

Schon ein Jahr später, im Jahre 1969, wurde die Kapelle mit neuen Instrumenten in Normalstimmung sowie mit der ersten, in grün gehaltenen Tracht ausgestattet. Die beträchtlichen finanziellen Mittel, die dazu aufgebracht werden mussten, wurden durch großzügige Subventionen der Gemeinde, des Landes und nicht zuletzt durch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung abgedeckt. Seit der Trachteneinkleidung wird das Erscheinungsbild der Kapelle auch mit Marketenderinnen aufgewertet. Im Jahre 1970 nahm die Kapelle zum ersten Mal an einer Konzertwertung in Ottenschlag teil.

1972 bis 2001

Kapellmeister: Karl Ziegler

Eine Wende in der musikalischen Leitung der Kapelle brachte das Jahr 1972, wo Karl Ziegler die Funktion des Kapellmeisters übernahm. Unter seiner Führung wurden viele Aktivitäten gesetzt, die heute noch zur schönen Tradition im Jahresablauf der Kapelle zählen. Hier ist vorerst der Musikerball, der alljährlich am Ostersonntag abgehalten wird, anzuführen. Die jährliche Teilnahme an Konzert- und Marschwertungsspielen wurde zur Pflichtübung. Das Frühlingskonzert am Pfingstsonntag ist heute noch als der musikalische Höhepunkt des Orchesters zu sehen. Auch an Rundfunkauftritten anlässlich der Fremdenverkehrsausstellung 1975 in der Wiener Secession und 1977 anlässlich der Sendung „Planquadrat“ nahm die Kapelle unter Karl Ziegler teil.

Das wohl bedeutendste Ereignis in der Geschichte des Musikvereines Langschlag war 1980 die Teilnahme an der „Grünen Woche“ in Berlin. 10 Tage, vom 23. Jänner bis 1. Februar durfte unser Musikverein als einzige Kapelle Österreichs an dieser größten europäischen Landwirtschaftsausstellung teilnehmen. Ich möchte an dieser Stelle einen kurzen Ausschnitt aus den „Niederösterreichischen Nachrichten“, die über diese Konzertreise unter dem Titel „Musiker eroberten Berlin“ berichtete, zitieren:

„ …. Insgesamt hatten die Langschläger rund zwei Dutzend Auftritte. Konzertiert wurde nicht nur bei der „Grünen Woche“, sondern auch in den Kaufhäusern, Fremdenverkehrsbüros, im „Wienerwald“ am „Kudamm“ in Klims-Festsälen und verschiedenen Künstlerlokalen. Eine besondere Überraschung für die Langschläger war die Möglichkeit eines Liveauftrittes in der Abendschau des Senders Freies Berlin.“

Nach dem Tod des Vereinsobmannes Erich Hörmann am 24. Dezember 1981 übernahm der bisherige Obmann-Stellvertreter Wilhelm Atteneder die Funktion des Obmannes. 19 Jahre stand Wilhelm Atteneder dem Verein als Obmann vor, bis er am 4. Juni 2000 seine Funktion aus gesundheitlichen Gründen an Bürgermeister Herbert Gottsbachner weitergab.

In seiner Funktionszeit wurde im Jahre 1994 auch eine Neueinkleidung vorgenommen, zu dessen Finanzierung 430.840,-- Schilling aufgebracht werden mussten. Hervorzuheben wäre, dass die von den Vereinsmitgliedern durchgeführte Haussammlung einen Betrag von über 181.000,-- Schilling eingebracht hat. Die örtlichen Vereine spendeten S 72.000,--, der Rest wurde durch Subventionen von Land und Gemeinde abgedeckt.

2001 bis 2004

Kapellmeister: Leopold Besenbeck

In der Jahreshauptversammlung vom 7. Jänner 2001 legte nun auch Karl Ziegler seine 28-jährige Funktion als Kapellmeister zurück. Er wurde von der Generalversammlung einstimmig zum Ehrenkapellmeister auf Lebenszeit ernannt.

Zum neuen Kapellmeister wurde Leopold Besenbeck, zum neuen Stellvertreter Anita Wenigwieser gewählt. Unter Kapellmeister Leopold Besenbeck wurden eine Neuinstrumentierung, sowie die Adaptierung des alten Turnsaales in ein modernes, ansprechendes „Musikerheim“ vorgenommen. Auch wurden freundschaftliche Kontakte mit der Trachtenkapelle Stams aus Tirol gepflegt, welchen auch ein gegenseitiger Besuch mit Gastspiel folgte.

2004 bis 2008

Kapellmeisterin: Anita Wenigwieser

Nachdem Kapellmeister Leopold Besenbeck im Oktober des Jahres 2004 seine Funktion zurückgelegt hat, wurden bei der Jahreshauptversammlung am 9. Jänner 2005 Neuwahlen durchgeführt, bei welchen Frau Anita Wenigwieser als Kapellmeisterin sowie Martin Baumgartner und Stefan Böhm als Kapellmeister-Stellvertreter hervorgingen. Anita Wenigwieser, die beruflich als Musiklehrerin arbeitet, hat für die Kapelle zahlreiche Jungmusiker ausgebildet. Sie war es auch, die eine jährliche Schulveranstaltung eingeführt hat, wo den Schülern das gemeinsame Musizieren mit Blasinstrumenten nähergebracht wird und so das Interesse für die Kapelle geweckt werden sollte. Auf Initiative der beiden Kapellmeister-Stv. Stefan Böhm und Martin Baumgartner wurde das Jugendblasorchester Langschlag gegründet, das als Vorstufenorchester zur Musikkapelle dient.

ab 2008

Kapellmeister: Stefan Böhm und Martin Baumgartner

Die beiden Stellvertreter Martin Baumgartner und Stefan Böhm absolvierten nun die vom NÖ Blasmusikverband angebotenen, mehrteiligen Kapellmeisterkurse und übernahmen nach den Neuwahlen am 11. Jänner 2008 als geprüfte Kapellmeister die musikalische Leitung als Team. Anita Wenigwieser fungiert als Stellvertreter, Herbert Gottsbachner weiterhin als Obmann.

Neu ist auch die Möglichkeit, unterstützendes Mitglied der Kapelle zu werden. Die Kapelle ist finanziell von wohlwollenden Menschen abhängig und freut sich über jegliche Unterstützung.